Amazon-Angebot wegen GPSR gesperrt? Das ist jetzt zu tun.
Wenn Amazon Ihr Listing deaktiviert hat, ist Panik der falsche Reflex. Die Ursache ist fast immer dieselbe — fehlende Pflichtangaben. Hier lesen Sie, was fehlt, wo Sie es nachtragen und ab wann sich das nicht mehr von Hand machen lässt.
Warum Amazon Ihr Angebot gesperrt hat
Amazon prüft seit dem 13. Dezember 2024 automatisiert, ob Listings die GPSR-Pflichtangaben enthalten. Fehlt eines der folgenden Felder, deaktiviert das System das Angebot — meist ohne separate Vorwarnung.
- Verantwortliche Person (Name, Adresse, Kontaktangaben in der EU)
- Herstellerangaben (Name, Adresse, ggf. abweichender Importeur)
- Produktbilder, die Sicherheits- und Warnhinweise erkennbar zeigen
- Sicherheits- und Warnhinweise als Freitext im Listing
Für Sie sichtbar wird das meist als Status „Inaktiv“ oder eine Meldung im Bereich „Zulassung“ bzw. „Produktsicherheit“ in Seller Central. Die Sperre betrifft in der Regel nur die einzelnen betroffenen Listings, nicht automatisch Ihr gesamtes Konto — kann sich bei vielen betroffenen Artikeln aber schnell danach anfühlen.
Besonders häufig trifft es Kategorien, in denen Amazon ohnehin strenger prüft: Spielzeug, Elektronik, Kosmetik, Kinderartikel sowie alles, was mit Steckern, Batterien oder chemischen Inhaltsstoffen zu tun hat. Aber auch vermeintlich harmlose Produkte wie Haushaltswaren oder Textilien sind betroffen, sobald die Pflichtfelder fehlen — die Prüfung unterscheidet zunächst nicht nach Risikograd, sondern nach Vollständigkeit der Angaben.
Schritt für Schritt zur Reaktivierung
Die Felder sind bekannt, der Weg dahin ist immer derselbe. Der Aufwand liegt nicht im Verstehen, sondern im Ausfüllen — pro Produkt.
Fehlende Angaben identifizieren
Prüfen Sie im Produktsicherheits- und Compliance-Bereich des jeweiligen Listings, welche Felder Amazon konkret bemängelt. Häufigster Fall: Die verantwortliche Person fehlt komplett, oder Herstellerangaben und Sicherheitshinweise sind nur unvollständig hinterlegt.
Pflichtfelder in Seller Central nachtragen
Tragen Sie verantwortliche Person, Herstellerangaben sowie Sicherheits- und Warnhinweise in die dafür vorgesehenen Felder ein. Bei Varianten (Größe, Farbe) müssen Sie das je nach Kategorie für jede Variante einzeln wiederholen — nicht nur für das Hauptprodukt.
Bearbeitungszeit einkalkulieren
Nach dem Speichern prüft Amazon das Listing erneut. Das passiert nicht sofort. Rechnen Sie mit mehreren Tagen, bis der Status wieder auf aktiv wechselt — und mit der Möglichkeit, dass Amazon weitere Angaben nachfordert, wenn etwas unklar bleibt.
Warum das bei 500 Produkten nicht mehr von Hand geht
Ein Listing in fünf Minuten nachpflegen ist machbar. Bei 500 oder 3.000 Artikeln — mit Varianten multipliziert sich das — wird aus fünf Minuten schnell eine Vollzeitstelle für mehrere Wochen. In dieser Zeit bleiben weitere Listings gesperrt, während neue Sperren dazukommen.
Das eigentliche Problem ist nicht das Ausfüllen eines Feldes, sondern die Wiederholung: Herstellerangaben recherchieren, passende Warnhinweise pro Produktkategorie formulieren, alles konsistent ins richtige Feld eintragen — für jedes einzelne Produkt in Ihrem Katalog.
Rechnen Sie realistisch: Selbst bei nur fünf Minuten pro Produkt sind das bei 500 Artikeln über 40 Stunden reine Dateneingabe — ohne die Zeit für Recherche, Rückfragen und Korrekturen mitzurechnen. Bei mehreren tausend Artikeln, wie sie viele JTL- oder Shopware-Händler führen, wird daraus ein Projekt von mehreren Wochen. In dieser Zeit verlieren Sie Umsatz auf jedem einzelnen gesperrten Listing, nicht nur auf den ersten paar.
Export rein, befüllte Felder raus
Wir übernehmen die Wiederholung, nicht Sie. Sie schicken uns einmal Ihren Produktexport, wir liefern die fertigen Angaben für alle betroffenen Artikel zurück.
Export schicken
JTL-, Shopware- oder Shopify-Export, oder direkt Ihre Amazon-Artikelliste als CSV.
48 Stunden Bearbeitung
Wir erstellen die Herstellerangaben, Sicherheits- und Warnhinweise pro Produkt und prüfen eine Stichprobe manuell.
CSV + Technical File zurück
Eine CSV mit befüllten Feldern zum Einspielen in Seller Central, dazu ein Technical File pro Produkt als Rückfallebene, falls Amazon bei einzelnen Artikeln nachfragt.
Wichtig für Ihre Erwartungshaltung: Wir liefern vollständige, korrekte Angaben — die Freischaltungsentscheidung selbst trifft Amazon. Das können und werden wir Ihnen nicht versprechen.
Häufige Fragen
Wie lange dauert es, bis Amazon ein Angebot wieder freischaltet?
Das hängt von Amazon ab, nicht von der Geschwindigkeit Ihrer Eingabe. Erfahrungsgemäß liegen zwischen dem Nachtragen der Angaben und einer erneuten Prüfung durch Amazon mehrere Tage. Planen Sie diese Zeit ein, statt eine sofortige Freischaltung zu erwarten.
Garantieren Sie, dass mein Angebot wieder freigeschaltet wird?
Nein. Die Entscheidung über die Freischaltung trifft ausschließlich Amazon. Wir liefern Ihnen vollständig und korrekt befüllte Pflichtfelder sowie das dazugehörige Technical File — das ist die Voraussetzung für eine Freischaltung, aber keine Zusage von Amazon.
Wo trage ich die GPSR-Angaben in Seller Central ein?
Im Produktsicherheits- und Compliance-Bereich des jeweiligen Listings. Dort verlangt Amazon die verantwortliche Person, Herstellerangaben sowie Sicherheits- und Warnhinweise pro Produkt — Feld für Feld, Artikel für Artikel.
Ich habe nur ein paar Angebote gesperrt, lohnt sich Ihr Service?
Bei einer Handvoll Produkten können Sie die Felder oft schneller selbst nachtragen als einen Dienstleister zu beauftragen. Unser Service lohnt sich, sobald Sie mehrere Dutzend oder mehrere hundert Produkte betreiben und die manuelle Pflege zum Flaschenhals wird.
Angebote gesperrt? Schicken Sie uns den Export.
Wir prüfen kostenlos, welche Angaben fehlen, und melden uns mit Angebot und Zeitplan.